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18. September

Grenzgänge auf der Jagdhausalm

Wir haben die Jagdhausalm die als die älteste Alm Österreichs gilt bereits vor einigen Jahren einmal besucht und waren damals sehr beeindruckt sowohl von der Alm wie auch der umgebenden Landschaft. Also haben wir in diesem Jahr beschlossen die Alm nochmals zu besuchen. Man kann die Alm über zwei Wege erreichen. Bei unserem vorherigen Besuch haben wir den Weg vom Defereggental aus gewählt. Bei unserem jetzigen Besuch sind wir über das Reintal und das Klammljoch, also von der italienischen Seite, zur Alm gelangt.

Von der Ortschaft Rein führte unser Weg bei herrlichstem Wetter vorbei an einigen Almen in vielen Kehren in Richtung Klammljoch hinauf.
Kurz nach Passieren des gleichnamigen Sees hatten wir dann das Joch in fast 2300m Höhe erreicht.

Bei einer kleinen Wanderung durch die herrliche schon herbstliche Landschaft oberhalb des Jochs wechselten wir ständig von Österreich nach Italien und wieder retour die Länder. Heute ist das ja kein Problem mehr!

Aber überall dort oben finden sich die Relikte einer nicht so schöner Zeit, diese inzwischen verfallenen Gebäude dienten als Unterkünfte für bewaffnete Zöllner die hier oben auf beiden Seiten der Grenze Jagd auf Schmugglern machten und dabei auch Gebrauch von ihre Waffe machten. Daran sollten all Jene einmal denken die heute so vehement nach dem Nationalstaat rufen und gegen den europäischen Gedanken agitieren.

Aber diese dunklen Eindrücke aus vergangenen Zeiten wurden bei unserem Besuch am Sonntag überstrahlt von den herrlich intensiven bereits herbstlichen Farben, der Natur.

Viele der alten Pfade und Wege hier oben, auf denen man heute wunderbar Wandern kann, stammen aus jener Zeit und führen häufig zu tollen Aussichtsplätzen von denen früher wohl die Zöllner nach Schmugglern Ausschau gehalten haben. Von einem dieser Plätze konnten wir, während über uns ein Adler kreiste, dann auch einen ersten Blick hinunter auf die uralten Gebäude der Jagdhausalm werfen.

Auf etwas über 2000m Höhe existiert diese Alm seit nunmehr fast 800 Jahren und ist damit Österreichs älteste Alm. Bis heute wird die Jagdhausalm traditionell bewirtschaftet. Hier oben gibt es während des Sommers über 300 Stück Vieh. Bei unserem Besuch am Sonntag immer noch Vieh auf der Alm in über 2000m Höhe während auf den viel tiefer gelegenen Almen rund um den Weissensee das Vieh bereits wieder vollständig abgetrieben wurde.

Die 16 Häuser der Alm sind fast ausschließlich aus den vor Ort vorhandenen Steinen gebaut worden, denn Holz ist hier oben oberhalb der Baumgrenze absolute Mangelware.

Vielleicht sollten wir bis zu unserem nächsten Besuch der Alm nicht wieder einige Jahre vergehen lassen denn sowohl die Alm wie auch Landschaft drumherum lohnen einen Besuch.

Wir wünschen viel Spaß!

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